Digi­ta­le Revo­lu­ti­on — Ein Start-up als Kon­takt­bör­se für IT-Projekte

HANDELSBLATT

Digi­ta­le Revo­lu­ti­on

Ein Start-up als Kon­takt­bör­se für IT-Projekte

Axel Höp­ner Mün­chen

Cars­ten Hoch­schon sieht sich als eine Art Part­ner­schafts­ver­mitt­ler. Dabei geht es ihm aller­dings um die seriö­se Bezie­hung, nicht um das spon­ta­ne Date. “Eher Elite-Partner als Tin­der”, sagt er. Doch der Grün­der von knooing will kei­ne Ehen anbah­nend, son­dern IT-Geschäfte. Sein ‘Unter­neh­men unter­stützt über eine digi­ta­le Platt­form Anwen­der bei der Suche nach dem per­fek­ten IT-Partner.

Die Bran­che ist einer­seits attrak­tiv. Der IT-Markt dürf­te nach Anga­ben des Bran­chen­ver­bands Bit­kom 2017 in Deutsch­land um drei Pro­zent auf 86 Mil­li­ar­den Euro wach­sen. Doch gibt es unzäh­li­ge Beratungs- und Sys­tem­häu­ser, die hel­fen, wenn ein neu­es SAP-System instal­liert, eine Cloud- oder IT-Sicherheitslösung gefun­den wer­den muss. Markt­füh­rer unter den IT-Beratern und Sys­tem­in­te­gra­to­ren ist laut Lünendonk-Liste Accen­ture mit zuletzt 1,75 Mil­li­ar­den Euro Umsatz. Auch IBM und T-Systems erzie­len Mil­li­ar­den­er­lö­se.

Ein hart umkämpf­ter Markt, doch bei knooing sind sie über­zeugt, dass sie als neu­tra­ler Mitt­ler mit Hil­fe von Algo­rith­men und mensch­li­cher Exper­ti­se bes­ser ver­mit­teln kön­nen.

Hoch­schon hat knooing selbst aus einem Bera­tungs­haus her­aus, der Blu Sales­force GmbH, im Zuge eines Management-Buy-Outs gegrün­det. “Vie­le IT-Projekte lau­fen schief”, sagt er. Dies lie­ge oft auch dar­an, dass Anwen­der nicht den für sie pas­sen­den IT-Partner fän­den. In der Bran­che gebe es vie­le Hid­den Cham­pi­ons, die tol­le Ide­en und Lösun­gen hät­ten. “In der Ent­wick­lung sind deut­sche IT-Firmen nicht schlech­ter als die Ame­ri­ka­ner.” Doch gebe es Schwä­chen bei Ver­trieb und Mar­ke­ting. “Wir ver­kau­fen uns unter Wert.” Ziel der Platt­form sei es daher auch, “IT made in Ger­ma­ny zu pushen.”

Die klas­si­schen IT-Berater, so glaubt man bei knooing, ver­mit­teln immer die­sel­ben Anbieter- zum Bei­spiel, weil die­se die höchs­te Pro­vi­si­on zah­len. Bei knooing zah­len die Anbie­ter eine fes­te Gebühr, um auf der Platt­form ver­tre­ten zu sein, und noch ein­mal einen fixen Betrag, wenn ein Auf­trag zustan­de kommt. Die knooing-Berater hel­fen den Inter­es­sen­ten bei der Defi­ni­ti­on des geplan­ten Pro­jekts, anschlie­ßend wird teil­au­to­ma­ti­siert mit der Daten­bank abge­gli­chen, wel­cher Anbie­ter passt. Das Start-up beglei­tet die Geschäfts­be­zie­hun­gen nach Ver­trags­ab­schluss und tritt in Kon­flikt­fäl­len als Schlich­ter auf. Eine Psy­cho­lo­gin wirkt bei Bedarf als Media­to­rin.

Das Modell lebt von der Mas­se. Bis­lang sind 160 IT-Anbieter ver­tre­ten, die Zahl steigt laut Hoch­schon kon­ti­nu­ier­lich, mehr als 150 Auf­trä­ge wur­den bis­lang ver­mit­telt. Der größ­te hat­te ein zwei­stel­li­ges Millionen-Volumen. Zu den Kun­den, die knooing nennt, gehör­ten zum Bei­spiel Vol­vo Trucks und das Deut­sche Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt. Hoch­schon will mit­tel­fris­tig 15 bis 20 Mil­lio­nen Euro umset­zen.

Das Geschäft, ist der Grün­der über­zeugt, lässt sich ein­fach ska­lie­ren. Doch dazu muss er die Zahl von Anbie­tern und Anwen­dern stark erhö­hen. Eine Hür­de ist die Mar­ken­be­kannt­heit. Zudem ist es schwer, Per­so­nal für wei­te­res Wachs­tum zu fin­den. Der Chef kann sich bis zu 100 Mit­ar­bei­ter vor­stel­len. Doch der Markt sei ziem­lich leer gefegt. knooing muss bald eine kri­ti­sche Grö­ße errei­chen. “Nächs­tes Jahr müs­sen wir wach­sen”, sagt Hoch­schon. “Sonst wer­den wir unse­re ambi­tio­nier­ten Zie­le nicht errei­chen.”

 

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