Fachartikel

05.02.2020

Wie digital ist Ihr Unternehmen tatsächlich?

Digital wollen alle sein. Aber an welchen Aspekten kann man messen, wie gut man in Sachen Digitalisierung tatsächlich aufgestellt ist?

Digitalisierung ist längst kein Trend mehr. Über alle Branchen und Hierarchien hinweg ist durchgedrungen, dass ein gewisser Reifegrad an Digitalisierung in einem Unternehmen unabdinglich ist, um wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben.

IT Budgets und Ausgaben für Digitalisierung steigen

Eine logische Schlussfolgerung ist demnach, mehr Geld in die IT zu investieren. Bereits für 2018 und 2019 rechneten mehr als 80% der Industrieunternehmen mit steigendem IT Budget (Capgemini, 2018). Auch für 2020 wird ein weiterer Anstieg branchenübergreifend prognostiziert. (Capgemini, 2019)

Besonders soll dabei der Ausbau der Digitalisierung gefördert werden, die Effizienz der IT erhöht, die Kosten reduziert sowie neue innovative IT-Produkte und -Services entwickelt werden.

Aber wie genau kann man das wirklich umsetzen und welche Unternehmensbereiche sind betroffen?

Aspekte der Digitalisierung

Ein innovatives und digitales Unternehmen kann sich besonders durch den Einsatz von Technologien zur Schaffung und zum Betrieb innovativer Dienste, Geschäftsmodelle und Prozesse auszeichnen. Man muss sich im Klaren sein, was Digitalisierung in seinem Unternehmen überhaupt bedeutet und an welchen Stellen man optimieren muss, um den aktuellen Ansprüchen gerecht zu werden.

Besonders im Fokus stehen hier folgende Bereiche:

Digitale Kundenerfahrung

Im Zuge der Digitalisierung ist es plötzlich möglich, den Kunden über verschiedenste Kanäle zu erreichen, selbst von ihnen kontaktiert zu werden und miteinander zu interagieren. Datenflüsse können unterschiedlichster Natur sein mit vielfältigen Inhalten und Quellen, die erfasst und analysiert werden können und müssen. Daten richtig zu managen, auszuwerten und dieses gewonnene Wissen mit einem Mehrwert für den Kunden wiedereinzusetzen, ist hier der Dreh-und Angelpunkt. Um sich von Wettbewerbern abzusetzen, brauchen Unternehmen Technologien, die ihnen ermöglichen, Daten zu konsolidieren, zu normalisieren und aus ihnen prädiktive Annahmen für Kundenverhalten und -präferenzen in jedem Schritt der User Journey zu liefern.

Internet of Things

Autos, Kühlschränke oder Mobilendgeräte der Konsumenten können durch neue Technologien automatisch und direkt mit den jeweiligen Unternehmen kommunizieren. Was für den Nutzer eine enorme Erhöhung des Komforts bedeutet, ist für die Technik dahinter eine anspruchsvolle Aufgabe. Sehr große Datenmengen müssen in Echtzeit mit der IT Infrastruktur des digitalen Unternehmens interagieren können. Besonders wichtig hierbei ist auch der Umgang mit sensiblen Daten, die beispielsweise nicht in der Cloud landen dürfen, sondern direkt an der Quelle (Device, Maschine, etc.) verarbeitet werden sollen. Für eine solche dezentrale Datenverarbeitung, setzen digitale Unternehmen Edge Computing als zusätzliches Architekturkonzept für ihre IOT Anwendungen ein. Übertragungskosten und Wartezeiten können dadurch ebenfalls verringert werden. Ein optimales Konzept ermöglicht eine reibungslose Kommunikation mit den Inhouse-Systemen. Beispielhaft wäre ein automatischer Bestellprozess im ERP System oder eine automatische Korrespondenz mit dem Kundendienst bei auftretenden Störungen.

Digitaler Arbeitsplatz

Auch der Mitarbeiter selbst soll für seinen Umgang mit Daten, Systemen und Prozessen ein digitales Upgrade bekommen. Kommunikation und Zusammenarbeit spielen hier eine große Rolle. Ausbau der Digitalisierung kann schon ein einheitliches Messaging-Tool bedeuten, ein intelligentes Zugriff- und Berechtigungssystem oder automatisierte Workflows. Allein das manuelle Pflegen und Bereinigen von Datenbanken kann wertvolle Zeit rauben, die man anders effektiver investieren könnte. Nicht nur die Produktivität, sondern auch die Sicherheit kann durch digitale Transformationen des Arbeitsbereichs gefördert werden. Schätzungen zufolge können im Zuge der Digitalisierung bis zu 80% der Administrations-Prozesse wirtschaftlicher Geschäftsbetriebe automatisiert werden. Unternehmen, die diese Transformation erfolgreich gestalten, können enorme Kostenpotentiale heben und gleichzeitig wesentlich agiler am Markt agieren.

Woran liegt es aber, dass viele IT-Großprojekte scheitern?

Digitalisierung umfasst natürlich mehr als nur ein paar Bereiche. Die größte Herausforderung ist es, die historisch gewachsenen IT Infrastruktur evolutionär zu modernisieren. Der derzeitige Technologiestandard in vielen Unternehmen, auf dem über 90% der aktuellen Applikationen betrieben werden, kann den technischen Herausforderungen der Digitalisierung nicht standhalten. Dies führt zu vielen gescheiterten Projekten. Gefordert sind deshalb Entwicklungs-Plattformen, die den Anforderungen an Datenkomplexität und -mengen, immer kürzer werdender zeitlicher Gültigkeit von Informationen und insbesondere Flexibilität und Agilität (Time to Market) gerecht werden.

Was sind unterstützende Technologien für eine erfolgreiche Transformation?

Im Folgenden sollen Technologien vorgestellt werden, die für jedes Unternehmen die Grundlage bilden sollten, um eine digitale Transformation erfolgreich an den vorgestellten Stellen umzusetzen und darauf aufzubauen.

Analytics

Wie schon angesprochen, sind Daten und das richtige Analysieren von Daten auch weiterhin einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein digitales Unternehmen. Klassische Technologien wie Business Intelligence sollten immer ein fester Bestandteil dabei sein. Hier muss das passende Tool gefunden werden, das Daten intelligent sammelt, transformiert, zusammenfügt und schließlich auch userfreundlich darstellt. Dabei kann die richtige Auswahl ebenfalls positive Auswirkungen auf das Performance Management haben, wobei die Themen Echtzeit bzw. Realtime-Analytics und Agilität immer mehr an Bedeutung gewinnen werden.

Durch den Einsatz von Advanced Analytics wiederum kann es Unternehmen ermöglicht werden, Kundenmuster zu erkennen, What-If Analysen zu erstellen oder auch Effekte möglicher Änderungen der Geschäftsstrategie zu prognostizieren. Dazu gehören Verfahren wie Big Data und Predictive Analytics. So können nicht nur Prozesse für Kunden verbessert werden, sondern auch wichtige Informationen für ein optimales Risiko-Management gewonnen werden. Lösungen die einen holistischen Ansatz verfolgen, sind hier besonders hilfreich.

Cloud

Um überhaupt mit Daten arbeiten zu können, muss festgelegt werden, wo sie gespeichert und bearbeitet werden. Aktenschränke oder lokale Speicher auf Computern sind hier auch für das Daily Business nicht mehr ausreichend. Durch eine Cloud Lösung, können Daten nicht nur in größerer Anzahl gespeichert, sondern auch schneller verarbeitet werden und von mehreren Usern gleichzeitig und ortsunabhängig verwendet werden. Die Entscheidung für eine Private oder Public-Cloud bzw. eine Hybridlösung ist für jedes Unternehmen individuell.

Cloudnutzung eröffnet ebenfalls neue Möglichkeiten für den Einsatz cloudbasierter Applikationen und Entwicklungen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass beispielsweise solche cloudbasierten Datenmanagement-Tools auch ein sicheres Benutzerrollensystem aufweisen für Funktionen, Datensätze und Felder. Wie bereits auch angesprochen, stellt der Einsatz von Edge Computing eine lohnende Ergänzung zur Cloud dar, um Aspekte wie Sicherheit und Nachhaltigkeit sinnvoll zu nutzen. Um keine Systembrüche durch fehleranfällige Schnittstellen zu verursachen, sollte bei Cloudlösungen immer darauf geachtet werden, dass der gleiche Systemcode überall nutzbar ist.

Security

Genauso wie man Daten vor unberechtigten Zugriffen schützen möchte, muss natürlich auch das gesamtheitliche System mit entsprechenden Security Maßnahmen gegen äußerliche Eingriffe gesichert sein. Eine Investition in Digitalisierung sollte demnach mit einer Investition in Security Maßnahmen einher gehen. Angefangen bei Infrastructure Security über Data Security und Application Security bis hin zu DSGVO, ein Security-Maßnahmenplan sollte in jeder Unternehmensstrategie fest eingeplant sein. Schon beim Einkauf neuer Technologien muss auf einen gewissen Sicherheitsstandard geachtet werden.

Besonders im Fokus steht hier wiederum der Datenschutz. Dabei ist die Hinzunahme eines Experten nicht nur für große Unternehmen empfohlen. Schon Kleinigkeiten wie eine einheitliche Password-Policy, Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Work-Private Device Trennung sind Schritte in die richtige Richtung. Eine weitere Situation, die Maßnahmen erfordert: Ein Mitarbeiter verlässt das Unternehmen oder das Projekt. Welche Zugangsdaten müssen nun geändert werden oder welche Daten können dieser jeweiligen Planstelle nun zugeordnet werden?

Wichtig wird sein, dass moderne Identitäts-Management Systeme sämtliche Eigentums- und Rechteverhältnisse in einem digitalen Unternehmen verwalten, absichern und sich flexibel, inkrementell integrieren lassen.

Back-end Prozesse

In den letzten 10 Jahren haben sich Geschäftsprozesse extremer denn je geändert. Zumindest sollten sie sich geändert haben. Neue Technologien ermöglichen schnellere und einfachere Abläufe und an alten Strukturen aus Gewohnheit festzuhalten, kann für das gesamte Unternehmen ineffizient sein. Für eine erfolgreiche Digitalisierung muss von dem her das eigene Kern System auf einen aktuellen Stand moderner Technologien gebracht werden, falls das bis dato noch nicht geschehen ist. Dass dies sehr anspruchsvoll sein kann, sieht man an der Vielzahl noch existierender Host-Systeme, deren Programmiersprachen (z.B. Pascal, Cobol, …) allmählich nur noch sehr wenige Entwickler beherrschen und vor Jahrzehnten entwickelt worden sind. Auch hier gibt es moderne Entwicklungs-Plattformen, die aufgrund innovativer Paradigmen eine evolutionäre Migration schrittweise zulassen und dem Attribut „Innovation“ auch gerecht werden. Sie flexibilisieren und beschleunigen Prozesse derart, dass die Wertschöpfung für Unternehmen und deren Kunden massiv gesteigert wird.

Besonders für größere Unternehmen, die sich in einem wettbewerbsintensiven Umfeld bewegen, ist dies ein wichtiger Schritt. Drittlösungen beispielsweise können nach einer Modernisierung häufig in das zentrale Kern-System mit aufgenommen werden, sodass sich Schnittstellenfehler immer mehr minimieren.

 

Wo finde ich solche, passenden Technologien, um mein Unternehmen zu digitalisieren?

Die vorgestellten Aspekte der Digitalisierung, reißen oberflächlich an, an welchen Stellen man mit einer digitalen Transformation im Unternehmen beginnen kann. Für die Umsetzung der einzelnen Aspekte gibt es spezifische Lösungen. Wir bei knooing finden für solche individuellen Digitalisierungsprojekte die bestpassenden Technologien und Anbieter mithilfe unserer automatischen Matching-Plattform. Auch für einen holistischen Ansatz, der alle vorgestellten Aspekte abdecken kann, haben wir Lösungen auf unserer Plattform von qualitätsgeprüften Anbietern.

Falls Sie Fragen haben, wie eine solche Lösung aussehen kann, schreiben Sie uns gerne eine Nachricht! Wenn Sie bereits die Anforderungen zu Ihrem Digitalisierungsprojekt kennen, können Sie auch gerne eine kostenlose Erstanfrage stellen, die wir zusammen auf unserer Plattform anlegen können.

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!