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07.09.2017

Was etablierte Unternehmen von Startups lernen können

Start-ups und Entrepreneurship boomen. Speziell die Digitalisierung bietet viele neue Möglichkeiten, außergewöhnliche und innovative Geschäftsideen zu realisieren. Da Erfolgsgeschichten rund um Start-ups nicht abreißen, beginnen etablierte Unternehmen über den Tellerrand zu schauen und sich bei diesen die nötige Inspiration zu holen. Die jungen Unternehmen haben das notwendige Know-How, um neue Technologien einzusetzen, sind am Puls der Zeit und in der Lage in der digitalen Welt die richtigen Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Organisationsstruktur in traditionellen Unternehmen ist im Vergleich zu jungen, agilen Unternehmen veraltet und verstaubt. Hauptsächlich interessieren sich gestandene Unternehmen (vor allem) dafür, die Innovationsfähigkeit und Geschwindigkeit von Start-ups auf sich zu übertragen, doch dafür müssen sie anfangen, sich einer neuen Herangehensweise zu bedienen.

Das Neue wagen

Vor allem in Deutschland neigt man dazu, in allem Neuen erst einmal die Gefahren und Risiken zu sehen. Man startet bei einer Idee und analysiert diese komplett durch – solange bis deren Sinn nicht mehr erkennbar ist. Mit diesem Problem müssen sich Start-ups nicht beschäftigen – bei ihnen ist der Druck, wenig Zeit bis zur nächsten Finanzspritze zu haben, stets hoch. Für sie zählt nur die Frage was der Nutzer will und ob das Produkt funktioniert. Wenn nicht, hat man verloren. Sie haben kein Polster, kein Auffangnetz und keine Ruhe. Sie können es sich nicht leisten eine Pause einzulegen, um sich auszuruhen, denn das Neue zu wagen bedeutet immer, das Positive zu sehen und seine Chancen wahrzunehmen. Diese Einstellung müssen bereits etablierte Unternehmen annehmen, wenn sie sich den Start-up Geist einverleiben wollen. Das Neue muss immer willkommen sein.

Aus dem Scheitern lernen

Etablierte Unternehmen sind es gewohnt, zu Beginn jedes Innovations- und Verbesserungsprojektes umfangreiche Analysen durchzuführen, um möglichst viele Informationen zu sammeln, bevor es überhaupt zur Umsetzung der eingeplanten Maßnahmen kommt. Start-ups können sich diesen Luxus nicht leisten. Sie sind immer unter Druck und können keine Zeit in Analysemaßnahmen investieren. Sie starten sofort mit ihren Innovationsprojekten durch und probieren einfach aus, wie weit sie damit kommen. Sie haben neue Ansätze wie Design Thinking oder Lean-Methoden entwickelt, um greifbare Mechanismen zu entwickeln und somit so schnell wie möglich von Trial and Error Prozessen zu lernen. Auspropieren wird zum Grundprinzip der Start-up Kultur und ermöglicht es den jungen Unternehmen so, ihr Produkt dauerhaft zu optimieren. Die Fehlerkultur von Start-ups bedeutet, scheitern zuzulassen. Wenn man etwas ausprobiert und Risiken eingeht, können auch Fehler passieren. Etablierte Unternehmen haben Angst davor, sie fürchten, ihr Gesicht zu verlieren. Dieses Denken verhindert Innovationen.

Kleine Teams und klare Entscheidungsfindung

Was sich etablierte Unternehmen ebenfalls von Start-ups abschauen können, ist die Teamstruktur. Startups sind kleiner und agiler und besitzen demnach auch kleinere selbstorganisierte Teams. Große Unternehmen können diese ebenfalls aufbauen. Nur muss man darauf achten, dass diese auch ein klares Aufgabengebiet besitzen und ebenfalls Autorität innerhalb ihrer Aufgaben haben. In etablierten Unternehmen kommt es oft vor, dass man alle Instanzen abklappern muss, um Entscheidungen zu erhalten. Teams in Start-ups sind fachlich tief genug mit der Thematik vertraut, sodass diese in der Lage sind fundierte Entscheidungen zu treffen.

Die Nähe zum Kunden

Mit der Distanz zum Kunden geht auch die Orientierung am Kunden und seinen Bedürfnissen verloren. Vielen großen, etablierten Unternehmen fehlt die intensive Kommunikation mit ihren Kunden und damit auch die Nähe zum Markt. Aufgrund ihrer Größe ist es für Start-ups viel einfacher und auch naheliegender, dass alle Mitarbeiter mit den eigenen Kunden in Kontakt sind. In Wirklichkeit ist die Größe der Firma aber unerheblich. Auch große Unternehmen können dafür sorgen, dass Mitarbeiter Kontakt zu ihren Kunden pflegen. Dies ist allerdings wieder eine Frage der Zeit. Zeit, die man investieren muss, um die Bedürfnisse seiner Kunden zu verstehen.