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11.02.2020

Digitalisierung entlang der Supply Chain in der Pharmabranche

Die Digitalisierung stellt nicht nur einen technischen Fortschritt dar. Sie transformiert unsere Gesellschaft und Arbeitsweise grundlegend und betrifft alle Industrien. Die digitale Transformation verspricht Optimierung, Effizienz- und Umsatzsteigerung. Auch die Pharmaindustrie, mit einer besonders komplexen Supply Chain, steht vor der großen Herausforderung, technische Innovationen gewinnbringend für das Unternehmen einzusetzen.

Welche Vorteile birgt also die Digitalisierung konkret für die Lieferkette von Pharmaunternehmen?

Die Supply Chain der Pharmaindustrie

Laut dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) ist die Pharmabranche die forschungsintensivste Industrie in Deutschland, noch vor der Automobilindustrie (BPI). Somit ist sie einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Nicht zuletzt verbessert sie mit ihren Produkten die Lebensqualität vieler Menschen.

Die Globalisierung von Vertrieb und Produktion und die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen stellen Pharmaunternehmen vor immer neuen Herausforderungen. Dies resultiert in einer hohen Logistikintensität für alle Akteure entlang der Supply Chain.

Die pharmazeutische Lieferkette beginnt bei der Forschung und Entwicklung, und endet mit der Behandlung des Patienten. Dazwischen gibt es diverse betriebliche, organisatorische und wertschöpfende Schritte, die zur Produktion und Lieferung der Medikamente benötigt werden.

Die Supply Chain ist somit extrem zeit- und kostenintensiv und trägt branchen-inhärente Risiken. Um Kosten niedrig zu halten und die Profitabilität zu steigern, muss die Effizienz in der Logistik steigen. Dabei dürfen Qualitätssicherung und allgemeine Sicherheit besonders in einem solch sensiblen Markt nicht kompromittiert werden.

Wie kann das erreicht werden?

Die Digitalisierung ist alternativlos

Die Digitalisierung der Supply Chain ist alternativlos – auch, oder besonders, für die Lieferketten von Pharmakonzernen. Zu den Best Practices einer agilen und kosteneffizienten Supply Chain zählen unter anderem Zara, Apple, Procter & Gamble und der amerikanische Einzelhandelskonzern Walmart. Ein gemeinsamer Nenner dieser Unternehmen ist unter anderem die Investitionen in die Digitalisierung. Bei Walmart ist beispielsweise jedes Glied entlang der Supply Chain dank verschiedenster Technologien in der Lage, in kürzester Zeit den Inventurstatus abzurufen oder die Nachfrage von Produkten akkurat zu prognostizieren.

Die Good Distribution Practice (GDP) sind von der europäischen Kommission verordnete Richtlinien. Deren Hauptziel ist die Qualitätssicherung von Arzneimitteln. So fordert die GDP mehr Transparenz und Sicherheit entlang der Supply Chain. Das soll unter anderem sicherstellen, dass keine illegalen Arzneimittel in legale Lieferketten eingeschleust werden. Außerdem soll so die Kontrolle der Lieferkette ermöglicht werden, was wiederum die Qualität von Medikamenten sichert (Official Journal of the European Union).

Deshalb entsteht nun eine erhöhte Nachfrage seitens der Hersteller, Logistikdienstleistenden sowie Großhändlern nach einem intelligenten IT-System, welches unter dem Aspekt der erhöhten Sicherheit die Supply Chain visuell darstellen und kontrollierbar machen kann. (Pharmaindustrie-online)

Die Vorteile einer voll digitalisierten Supply Chain

Neben erhöhter Sicherheit spielt auch Umsatzsteigerung und Wachstum in der pharmazeutischen Supply Chain eine wichtige Rolle. Eine intelligente Supply Chain ist in der Lage, die Steuerung der Warenflüsse und Prozesse online passieren zu lassen und sorgt so für größere Transparenz. Dank miteinander verbundenen Datenströme ermöglicht sie es, Planungen in Echtzeit durchzuführen.

Des Weiteren ist es durch eine digitalisierte Supply Chain möglich, kleinere Mengen zu bestellen, Losgrößen im Versand zu individualisieren sowie von Make-to-stock (MTS) zu Make-to-order (MTO) überzugehen.

Um die Profitabilität zu steigern und die Zusammenarbeit aller Parteien zu verbessern, muss die Industrie also Gebrauch von innovativen Technologien machen.

Konnektivität ermöglicht Transparenz und Effizienz

An einer Lieferkette sind meistens viele verschiedene Parteien beteiligt, wie Lagerfirmen, Transporteure und Großhändler. Deshalb ist Transparenz und Einsicht in alle Prozesse -von der Produktion bis hin zur Lieferung- besonders nötig. Dabei hat aber in den meisten Fällen jede Firma ein eigenes IT-System, das nicht mit den Systemen der anderen vernetzt ist. So fehlt oftmals der Überblick über den gesamten Prozess. Zusätzlich befinden sich dadurch die verschiedenen Parteien nicht auf dem gleichen Wissensstand. Mithilfe von Cloud-Lösungen und IoT können alle Akteure entlang der Lieferkette miteinander kommunizieren und synchron kollaborieren. Dies führt zusätzlich zu größerer Transparenz von End-to-End Prozessen, indem alle Beteiligten, Störungen frühzeitig erkennen können und so Ausfallzeiten minimiert werden können.

Agilität sorgt für schnellere Reaktionszeiten

Die pharmazeutische Supply Chain sollte in der Lage sein, Veränderungen in der Nachfrage schnell zu erkennen und dementsprechend schnell zu reagieren. Anhand diverser Technologien können Informationen in Echtzeit beobachtet werden. Falls sich die Nachfrage unerwartet verändern sollte, oder es zu Störungen in der Supply Chain kommen sollte, kann die nötige Information mit den entsprechenden Verantwortlichen geteilt werden. So wird sichergestellt, dass schnellstmöglich agiert wird.

Agilität ist jedoch auch bei der Entwicklung von neuen Medikamenten gefragt.

Üblicherweise erstrecken sich die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für ein neues Arzneimittel über circa 12 Jahre und sind sehr kostspielig. Deshalb ist gerade hier auch Agilität und Präzision von großer Bedeutung. Mithilfe von AI können große Mengen an Daten schneller analysiert und Korrelationen aufgedeckt werden. Auch predictive Analytics bietet Chancen auf eine erhöhte Profitabilität. Laut McKinsey & Company kann der Einsatz von predictive Analytics das EBITDA von Pharmaunternehmen (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation & Amortisation) um 45-75 Prozent über eine Periode von 10 Jahren steigern.

In der heutigen digitalen Welt sind die korrekte Einpflegung und Weiterverwendung von Daten mit die wichtigsten Aspekte für erhöhte Effizienz und Rentabilität.

 

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Wir freuen uns auf ein Kennenlernen!