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12.10.2017

Die Data Center Strategie der Zukunft

In der IT-Branche herrscht durch die anhaltende Digitalisierung weiterhin ein stetiges Wachstum, doch auch im Data Center findet der Wandel statt. Stärkere Virtualisierung, ein hybrides Rechenzentrum-Cloud-Modell und die Senkung der Stromkosten sind die drei Haupttrends bis 2025. Serverfarmen müssen grün werden: Ein Tablet verursacht im Rechenzentrum einen fünfmal höheren Energiebedarf als am Gerät. Der gigantische Fluss der Daten kostet Strom. Die Datenmengen wachsen ungebremst durch die Industrie 4.0. Deren Wertschöpfung beziffert das Borderstep Institut auf 425 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025, jedoch müssen sich die Beteiligten auf disruptive Geschäftsmodelle einstellen: Was gestern noch funktionierte, kann morgen obsolet sein.

Rechenzentrum der Zukunft: schneller, effizienter, flexibler

Die Geschäftsanforderungen wandeln sich durch die Industrie 4.0 rapide. Rechenzentren müssen schnell darauf reagieren. Sie galten in den vergangenen Jahren oft als zu komplex, zu träge und auch zu teuer. Das ist mehr als nur ein Imageproblem, es gerät mit der digitalen Transformation zur Existenzfrage. Die EDV-Zentren in KMU müssen mit externen Dienstleistern mithalten können, sonst werden sie ausgelagert. Sollten sie die Flexibilität und Energieeffizienz des Unternehmens behindern, bleibt diesem als Lösung nur das Outsourcing. Komplexe Datenzentren entstanden infolge des IT-Wildwuchses in der Wachstumsphase seit 2000. Viele CIOs möchten daher ihre Rechenzentren konzeptionell und technisch von Grund auf renovieren. Dem stehen oft Budgetzwänge entgegen. Realistisch ist daher eher der allmähliche Umbau, den viele Unternehmen spätestens ab 2010 in Angriff nahmen. Es zeichnen sich infolge dieser Veränderungen bestimmte Trends ab, wie sich die EDV in den nächsten Jahren verändern wird. Als Schlüsseltechnologie gilt die Virtualisierung. Durch Virtualisierungstechniken entstehen dynamische und flexible Rechenzentren. Die durch Virtualisierung flexibilisierten Server-Infrastrukturen können sich dynamisch auf eine jeweils nötige Rechenleistung einstellen. Dabei wird die Anwendungslast genau auf so viele Server konzentriert, wie für den Service aktuell erforderlich sind. Der Effizienzgewinn ist enorm. Durch die Virtualisierung der Server, Netzwerke und Storages können Rechenzentren deutlich besser ausgelastet werden. Auch die Automatisierung gelingt besser. Unternehmen betreiben damit im eigenen Data Center ihre Private Cloud.

Welche Strategie ist zukunftsträchtig?

Unabhängig von möglichen Effizienzsteigerungen im eigenen Rechenzentrum fragen sich viele Organisationen, darunter häufig KMU, ob und in welcher Form sie noch ein eigenes Rechenzentrum betreiben müssen. Cloud Computing ermöglicht durchaus das kostengünstige komplette Outsourcing, lediglich Sicherheitsbedenken äußern einige Unternehmer. Verfechter kompletter Cloud-Lösungen argumentieren, dass sich ein produzierendes Unternehmen auf seine Stärken konzentrieren solle. Die IT-Services seien bei externen Spezialisten besser aufgehoben. Dadurch können sich in der Tat Leistungs- und Kostenvorteile ergeben. Ein großer Vorteil des externen Rechenzentrums ist die nahezu grenzenlose Skalierbarkeit. In Leistungsspitzen, die Produzenten immer wieder zu bewältigen haben, ist es kaum ein Problem, mehr Serverkapazitäten zur Verfügung zu stellen. Dem steht die Strategie entgegen, geschäftskritische Daten und Systeme nicht aus dem Haus zu geben. Wenn es nun zum Konflikt zwischen eingeschränkter Skalierbarkeit der eigenen EDV und dem Wunsch nach Schutz der eigenen Daten kommt, bietet sich das hybride Modell von Rechenzentrum in der eigenen Firma plus Vergabe von Services an externe Cloud-Dienstleister an. Diesen Trend haben IT-Experten schon ab 2010 prognostiziert, als Cloud-Services ihre erste Blüte erlebten.

Anforderungen an das moderne Data Center

In Zukunft dürfte sich die gemischte Konstellation aus Outsourcing, Utility Sourcing (Auslagern einzelner Dienstprogramme) und internem Rechenzentrum durchsetzen. Diese Strategie ist sicher, flexibel und kostengünstig zugleich. Die interne IT wird damit zum Service-Broker und muss bestimmte Anforderungen erfüllen:

  • Governance-Mechanismen: Die Steuerung von Inhouse-IT und Outsourcing muss strengen Regeln folgen.
  • Standardisierung der Prozesse: Wenn nicht von vornherein feststeht, welcher Service vergeben wird und welchen das eigene Rechenzentrum erledigt, sinkt beim hybriden Modell die Effizienz. Etablierte Standardprozesse wirken dem entgegen.
  • Energieeffizienz: Nicht ausgelastete Server verbrauchen überproportional viel Strom, weil sie schließlich nicht ständig an- und abgeschaltet werden. Unternehmen sollten daher die eigene EDV auf dem jüngsten Stand der Technik halten. Dazu gehören eine hohe Prozessoreffizienz, qualitativ hochwertige Netzteile, eine effiziente Kühlung und die an Servererfordnisse angepasste Gebäudetechnik.

Der letzte Punkt ist bedeutsam: In Zukunft verschwindet die Trennung zwischen Rechenzentrums-IT und Gebäudeinfrastruktur durch Smart Grids und ein dadurch konsolidiertes Energie-Management.